Marktueberblick, Wachstum, Foerderungen und Zukunftsaussichten der Schweizer Photovoltaik-Branche.
Die Schweizer PV-Branche erlebt ein beispielloses Wachstum. Der Ausbau der Solarenergie hat in den letzten Jahren massiv an Fahrt aufgenommen und zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Die Schweiz gehoert zu den dynamischsten Solarmaerkten Europas, gemessen am Zubau pro Kopf.
Ende 2025 duerfte die installierte Solarkapazitaet in der Schweiz die Marke von 7 GW ueberschritten haben. Der jaehrliche Zubau lag 2024 bei rund 1.5 GW und wird 2025 und 2026 voraussichtlich weiter steigen. Solarenergie deckt damit bereits rund 10 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs.
Die Wachstumsgeschichte der Schweizer PV-Branche ist beeindruckend. Noch 2015 lag die installierte Kapazitaet bei unter 2 GW. Seither hat sich die Leistung mehr als verdreifacht. Der jaehrliche Zubau hat sich von rund 300 MW im Jahr 2018 auf ueber 1'500 MW im Jahr 2024 verfuenffacht.
Treiber dieses Wachstums sind steigende Strompreise, sinkende Modulpreise, verstaerkte Foerderpolitik und ein wachsendes Bewusstsein fuer Energieunabhaengigkeit. Die Energiekrise 2022/2023 hat den Trend nochmals beschleunigt.
Die Schweizer PV-Branche umfasst eine Vielzahl von Akteuren entlang der gesamten Wertschoepfungskette:
Die PV-Branche beschaeftigt in der Schweiz ueber 15'000 Menschen, Tendenz stark steigend. Der Grossteil der Arbeitsplaetze entfaellt auf Planung und Installation, gefolgt von Vertrieb, Wartung und Verwaltung.
Der Fachkraeftemangel ist eine der groessten Herausforderungen der Branche. Es fehlen qualifizierte Solarteure, Elektriker und Planer. Verschiedene Ausbildungsinitiativen und Umschulungsprogramme versuchen, diesen Engpass zu beheben.
Die Schweizer Energiestrategie 2050 sieht einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien vor, insbesondere der Photovoltaik. Das Ziel: Bis 2035 soll die Solarproduktion auf 14 TWh pro Jahr steigen, bis 2050 auf ueber 30 TWh. Das entspricht einer installierten Kapazitaet von rund 35 bis 45 GW.
Mit dem Mantelerlass (Bundesgesetz ueber eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien, 2024 vom Volk angenommen) wurden die rechtlichen Grundlagen fuer diesen Ausbau geschaffen. Die Rahmenbedingungen fuer Solarenergie in der Schweiz sind so gut wie nie zuvor.
Die Stiftung Pronovo wickelt die Foerderung von erneuerbaren Energien im Auftrag des Bundes ab. Das wichtigste Foerderinstrument fuer Solaranlagen ist die Einmalverguetung (EIV):
Zusaetzlich zur EIV bieten viele Kantone eigene Foerderprogramme an. Die Programme variieren stark, sowohl hinsichtlich der Hoehe der Beitraege als auch der Foerderbedingungen. Besonders aktiv sind die Kantone Zuerich, Bern, Luzern und Thurgau.
Einige Kantone foerdern gezielt Batteriespeicher, BIPV-Loesungen oder die Kombination von Solaranlagen mit Waermepumpen. Es lohnt sich, die kantonalen Programme genau zu pruefen.
Die Zukunft der Schweizer PV-Branche sieht vielversprechend aus. Experten erwarten bis 2030 eine installierte Kapazitaet von 15 bis 20 GW. Solarenergie duerfte dann 20 bis 30 Prozent des Schweizer Stroms liefern.
Treiber werden sein: weiter sinkende Modulpreise, der wachsende Bedarf durch Elektromobilitaet und Waermepumpen, verstaerkte regulatorische Unterstuetzung und die steigende Nachfrage der Industrie nach gruener Energie.
Der schnelle Ausbau stellt die Verteilnetze vor Herausforderungen. An sonnigen Tagen speisen immer mehr Anlagen Strom ein, was zu Ueberlastungen fuehren kann. Die Netzbetreiber muessen investieren, um die Netze fuer den bidirektionalen Stromfluss fit zu machen.
Der Mangel an qualifizierten Fachkraeften begrenzt aktuell das Wachstumstempo. Mehr Ausbildungsplaetze, schnellere Anerkennungsverfahren fuer auslaendische Qualifikationen und attraktivere Arbeitsbedingungen sind gefordert.
Die saisonale Produktion von Solaranlagen mit dem Schwerpunkt im Sommer stellt eine Herausforderung fuer die Winterversorgung dar. Alpine Solaranlagen, Speichertechnologien und die Sektorkopplung mit Waerme und Wasserstoff sind moegliche Loesungen.
Bifaziale Module, die Licht auf beiden Seiten einfangen, werden zunehmend zum Standard. Sie steigern den Ertrag um 5 bis 30 Prozent und machen besonders bei Aufstaenderungen auf Flachdaechern und bei Agri-PV Sinn.
BIPV-Loesungen integrieren Solarzellen direkt in Fassaden, Fenster und Dachziegel. Die Schweiz ist dank Unternehmen wie 3S Solar Plus ein Vorreiter in diesem Bereich. BIPV ermoeglicht die Nutzung von Flaechen, die bisher nicht fuer Solar in Frage kamen.
Agri-Photovoltaik kombiniert Landwirtschaft und Solarproduktion. Die Module werden hoch ueber den Feldern aufgestaendert, sodass darunter weiter Landwirtschaft betrieben werden kann. Erste Pilotprojekte in der Schweiz zeigen vielversprechende Ergebnisse.
Grossflaechige Solaranlagen in den Alpen profitieren von intensiver Sonneneinstrahlung, kuehlen Temperaturen und dem Albedo-Effekt durch Schnee. Sie produzieren im Winter ueberdurchschnittlich viel Strom und koennen zur Schliessung der Winterstromluecke beitragen.
Die PV-Branche in der Schweiz befindet sich auf einem steilen Wachstumspfad. Die politischen Rahmenbedingungen stimmen, die Technologie wird immer besser und guenstiger, und die Nachfrage steigt kontinuierlich. Wer jetzt in Solar investiert, profitiert von ausgereifter Technik, attraktiven Foerderungen und einer Branche, die noch viele Jahre wachsen wird.
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